Mittwoch, 11. Juni 2014

Via Karelia

11. Juni ■ Virolahti - in der Nähe von Rapattila (81 km)

Karelien ist nicht mehr weit
Wir sitzen in der Abendsonne auf einem großen Felsbuckel und genießen unser Abendbrot inmitten der Natur... Wild Zelten ist romantisch, doch muss man eben damit leben, dass man nur 2 Becher Wasser zum duschen hat, wenn kein See in der Nähe ist. Auch die Mücken nerven heute etwas. Sandy hat schon ein paar Stiche, die allerdings im Gegensatz zu sonst, wenig jucken und eine recht harmlose Größe haben. 
Au Backe...

Bei bestem Wetter ging es früh los, bis zum Mittag auf der mäßig befahrenen Via Karelia. Eine frische Brise blies uns aus Norden ins Gesicht.

Westlich von hier verläuft die Salpa-Linie, eine Verteidigungsstellung, welche nach dem Überfall der Sowjetunion auf Finnland nach 1940 gebaut wurde. Kämpfe fanden an dieser Linie nie statt, aber zumindest war sie so furchteinflößend, dass sie den Finnen das Schicksal einer Finnischen Sozialistischen Sowjetrepublik ersparte. Östlich befindet sich in absoluter Nähe die russische Grenze.

Mittag gab es mangels einer Pizzeria aus dem Supermarkt in Ylämaa (1.400 Einwohner). Hier lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Abbau des Edelsteins Spektrolyth.

Grenzbahnhof in Vainikkala
Frisch gestärkt ging es über 20 Kilometer kernige Schotterpiste nach Vainikkala. Dort gibt es einen großen Grenzbahnhof für den Güter- und Personenverkehr. Im Jahr werden hier 400.000 durchreisende Personen abgefertigt. Der Fahrer eines ewig langen mit Erdöl beladenen Güterzuges grüßte ganz freundlich aus seiner frisch geputzten roten Lok.

Fast am Ziel
Nach weiteren 10 Kilometern fanden wir, schon im zweiten Anlauf, unseren Wildcampingplatz auf einem kleinem Hügel am Rande der wenig befahrenen Straße.