Montag, 30. Juni 2014

Nördlichster Zipfel von Finnland

30. Juni ■ Inari - In der Wildnis 30 km südlich von Utsjoki (104 km)

Niedrige Birkenwälder prägen die Landschaft
Wir folgten weiter der E4, die durch menschenleere Gegenden bis an die norwegische Grenze führt. 

Abzweig zum Nordkapp
Nachdem nach 30 Kilometern die von den meisten
Touristen befahrene Nordkaproute in Richtung Nordwest abzweigte, reduzierte sich der Verkehr auf ein sehr angenehmes Maß.

Bezeichnung eines Sees auf 
finnisch und nordsamisch.
(Wir Deutsche rächen uns 
mit "Mutzschen" ;-) )
Alsbald überquerten wir den 69. Breitengrad.

Wir durchfuhren anfangs eine sehr schöne, leicht hügelige Landschaft mit vielen kleinen Seen.

Mückenbrutstätte
In dieser Gegend fanden Ende 1944 Kämpfe im Lapplandkrieg zwischen Finnen und den sich zurückziehenden Deutschen statt. Ein Denkmal erinnert daran.

In der Ferne die Skanden.
Nach ca. 50 km Fahrt erreichten wir die nördliche Grenze des Kiefernwaldes. Niedrige Birkenwälder bestimmen das Bild, nur an geschützten Stellen wachsen noch Kiefern. Weite Landstriche sind baumlose Sümpfe. Eine menschenleere und trostlose, aber dennoch wirkungsvolle Landschaft, durch Milliarden von Mücken bevölkert.

In der Wildnis
Gegen Nachmittag überquerten wir die Grenze der nördlichsten Gemeinde Finnlands, Utsjoki. Diese ist mit 0,2 Einwohnern pro Quadratkilometer ebenfalls sehr dünn besiedelt. Große Teile der Gemeinde sind Wildnis. Am Horizont sahen wir zum ersten Mal die schneebedeckten Gipfel der Skanden, ein faszinierendes Bild.

Unser Zelt steht heute "wild" am Ufer eines kleinen und kalten Flusses kurz vor der Mündung in den Utsjoki.

Sonntag, 29. Juni 2014

Mitternachtssonne am Inarisee

29. Juni ■ Tankavaara - Inari (110 km)

Eine Bucht am Inarisee
Auch heute folgten wir, mangels Alternative, der E4. Die Strecke war leider nicht mehr ganz so flach wie gestern, aber immer noch so, dass wir nicht in die kleinsten Gänge schalten mussten.

Nach einigen Kilometern erreichten wir Saariselkä (300 Einwohner). Dies ist ein schmuckloses Wintersportzentrum mit Tankstelle und Einkaufsmöglichkeit. Im Sommer kann man von hier aus im nahe gelegenen Nationalpark wandern.

Wir befinden uns jetzt in der Gemeinde Inari. Auf einer Fläche der Größe von Thüringen leben etwa 6.700 Menschen. Große Teile sind unbewohnte Wildnis und Naturschutzgebiete.

Kurz vor unserem Zwischenziel Ivalo erreichten wir bei 350 Höhenmetern bereits die Baumgrenze; nur noch einzelne Minibäume und Sträucher waren zu sehen. Dies ist die Tundra, wie sie uns in der Finnmark in Norwegen erwarten wird.

Ivalo (nach ca. 60 km) ist mit 3.400 Einwohnern der größte Ort in Nordlappland. Bis nach Murmansk sind es von hier nur noch 303 Kilometer. Wie fast alle Orte hier wurde auch Ivalo von der Wehrmacht zerstört und ist deshalb recht schmucklos. Nach einem leckeren Dönersalat fuhren wir weitere 25 Kilometer am Ufer des Inarijärvi entlang. Das ist der drittgrößte See Finnlands und der sechstgrößte Europas (etwa doppelt so groß wie der Bodensee). Laut Wikipedia kann der See bis in den Juni hinein zugefroren sein.
Eine Rentierherde hat es sich vor dem Samenmuseum
in Inari gemütlich gemacht.

Unser Heim haben wir heute auf dem Campingplatz Uruniemi in Inari bezogen; ein kleines Dachquartier mit allem was man so braucht im Kleinformat und wie immer fast alles in Holz. Ganz gemütlich. 

Inari ist ein kleiner Ort mit 459 Einwohnern. Hauptanziehungspunkt ist das Samenmuseum, welches alles Wissenswerte über Lappland und die hiesige Geschichte und Kultur der Ureinwohner, der Sami, vermittelt. Dies hat auch zum Ziel, das Mitspracherecht dieser Minderheit zu erhöhen. 

Ein Bierchen bei strahlendem Sonnenschein 
gegen 22.30 Uhr
Das Wetter hier im Norden ist sehr wechselhaft und launisch. Mehrmals am Tag sah es aus wie "Weltuntergang" und dann folgte wieder Sonnenschein mit einer Mittagstemperatur von 21°C. 

Jetzt (nach 22 Uhr) sitzen wir bei strahlender Sonne aus Nordwest im Freien auf der kleinen Veranda. Verrückt... Man muss darauf achten, dass man nicht vergisst, zu schlafen. Sandi ist nur aller 3-4 Tage vor Mitternacht müde; aber dann ist der Schlaf besonders tief und die pure Erholung.
0.30 Uhr - die Sonne steht genau im Norden
und wärmt sogar
0.30 Uhr - Der Blick nach Osten - es ist taghell

Samstag, 28. Juni 2014

Goldgräberstimmung

28. Juni ■ Sodankylä - Tankavaara (103 km)

Hurra,  das Wetter wird besser!

Einmal Tanken bitte ...
Gegenverkehr
Der heutige Tag stand im Zeichen der Europastraße 4. Diese ist die einzige Straße, die in Finnland bis in den äußersten Norden führt und eine von 3 Hauptmagistralen, um das Nordkap zu erreichen.

Der Verkehr hielt sich wider Erwarten in Grenzen, so dass das Fahren recht angenehm war. Etwa ein Drittel der Fahrzeuge sind Wohnmobile aus aller Herren Länder.

E4
Und es begegnen uns auch zu unserer Freude viele Gleichgesinnte. Eine kleine Auswahl: unser französischer Freund, der spätestens zu Weihnachten zu Hause sein möchte und 2010 im Iran und den meisten Ländern rund um das Mittelmeer war, 2 Italiener, die heute 160 km bis Ivalo fahren wollen, 2 finnische Mädchen, die mit finnischen Armeefahrrädern ohne Gangschaltung, aber mit Körbchen, Finnland von Nord nach Süd durchfahren wollen, ein Radler aus Hannover, der zum Familientreffen nach Norwegen fährt oder das ältere englische Pärchen, welches unsere Route von Nord nach Süd fährt.

Da die Strecke flach war, standen zur Mittagspause schon 74 Tageskilometer auf dem Tacho.

Nachmittags erreichten wir das Dörfchen Vuotso; es bezeichnet sich als die Pforte in das Samenland. 

Wenig später folgte Tankavaara. Es ist weltbekannt durch seine Goldsucher-Geschichte. 

Unsere Hütte
Unsere Hütte befindet sich neben einer im Western-Stil errichteten Goldgräberstadt. Ein Goldgräber (aus Gotha) berichtete, dass er täglich so viel findet, um zumindest die Gebühr von 40 Euro pro Tag bezahlen zu können.

Abendlicher Kurzausflug in
 den Nationalpark
Wie uns verschiedene Leute berichteten, hat es vorgestern hier geschneit. Immerhin befinden wir uns 230 km nördlich des Polarkreises und haben den 68. Breitengrad überschritten.

Die Straße von Vuotso nach Ivalo wird als "Der Goldweg" (finnisch: kultainen tie, schwedisch: guldvägen) bezeichnet.

Wir sind jetzt am südlichen Ende des Urho Kekkonen Nationalparkes, eines riesigen Wander- und Wildnisgebietes.

Freitag, 27. Juni 2014

Entspanntes Radeln

27. Juni ■ Savukoski - Sodankylä (97 km)

Heute war entspanntes Radeln angesagt: gutes Wetter, sehr schöne Strecke und wenig Verkehr. 

Das Streckenprofil ist insgesamt, im Vergleich zu Südfinnland, weniger hügelig. 

Heute war es noch dazu ideal: Die erste Hälfte flach zur Einstimmung und Erwärmung; nach dem Mittag dann ziemlich lang gezogene und bis zu 8% steile Steigungen, die uns wieder warm werden ließen und forderten. Und die letzten etwa 25 km waren so zum "Ausrollen", also wieder schön flach.

Beleuchtete Dorfstraße
in Tanhua
Heute gab es für das Navi
nicht viel zu tun
Zuerst ging es 12 Kilometer nach Norden und dann meldete das Navi: "Nach 74 Kilometern nach rechts abbiegen". Die Straße 967 ist durchgehend asphaltiert, größtenteils einspurig mit Ausweichmöglichkeiten und verläuft Richtung Westen. Die Landschaft ist durch Moore geprägt. Es gibt sehr viele Naturschutzgebiete. Es war eine der bisher schönsten Straßen, Lappland vom Feinsten...

Im kleinen Ort Tanhua (mit Tankstelle und Dorfladen) gab es Mittag.

"Zentrum" von Tanhua: Markt
und Tankstelle
Gegen Nachmittag erreichten wir den sehr gepflegten Campingplatz von Sodankylä (8.800 Einwohner) und haben uns hier in einer kleinen Hütte einquartiert. Der größte Luxus aber ist die vorhandene Waschmaschine.

Das Publikum ist international, neben uns wohnen noch Polen und Finnen (mit "dicken" Motorrädern). Und in Wohnmobilen (WoMo's) neben Deutschen, auch Schweizer und Österreicher. 

Mittag im Bushäuschen
Endspurt (und Finger)
Hier trafen wir außerdem einen Radler aus Deutschland und einen aus Lyon in Frankreich (der uns, mit Unterbrechungen, bis Mehamn begleitete), welcher schon 9.000 Kilometer gefahren ist (Italien-Griechenland - Nordkap). Nach einer sehr netten Unterhaltung stand neben dem obligatorischen Mahl eine kurze Stadtbesichtigung an. Diese war recht übersichtlich und außer einer alten Holzkirche von 1689 (die älteste ihrer Art in Finnland) gab es keinerlei Sehenswertes. 

So viele Radtourenfahrer wie heute haben wir bisher noch nicht gesehen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es von hier aus nur eine einzige Straße nach Norden gibt (leider eine Europastraße), von der aus man erst nach 270 Kilometern, nahe Inari, auf eine Nebenstraße ausweichen kann.


Donnerstag, 26. Juni 2014

Im Nirgendwo

26. Juni ■ Sallatunturi - Savukoski (97 km)

Vertriebenendenkmal 
in Salla
Der durch den Wetterbericht angekündigte Schneeregen blieb zum Glück aus, kalt war es jedoch immer noch.

Erste Station war das Museum (Historie von Ostlappland 1900-1960) in Salla. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin gab uns eine einstündige "Privatführung". Salla ist eine sehr unterentwickelte Gegend, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit (25%). Im Winterkrieg verlor die Gemeinde die Hälfte ihres Territoriums an die Sowjetunion. Es gab viele Flüchtlinge. Salla wurde an neuer Stelle errichtet, da der alte Ort hinter der Grenze lag. Auch im Fortsetzungskrieg gab es hier wieder Kämpfe. Die Wehrmacht zerstörte beim Rückzug das komplette Dorf bis auf 15 Häuser. Bis vor 20 Jahren waren Deutsche hier nicht besonders beliebt.

Kirche von Salla (1950 erbaut)
Ehrendendenkmal für Gefallene
des Ortes Salla
Außerdem zeigte sie uns Elvis' Lederjacke, die auf komplizierten Wegen nach Salla gelangte. An ihrer Echtheit bestehen gewisse Zweifel.

Der Sohn des Langlaufolympiasiegers von 1936, Olavi „Olli“ Remes, gab noch sein persönliches Statement, wie er die Zeit nach dem Krieg erlebt hat.

Alles in allem eine sehr interessante Geschichte. 

Nach einem der wärmsten Winter seit vielen Jahren haben wir aktuell den kältesten Sommer seit 1982.

Immer geradeaus
Unsere Route verlief zuerst nach Nordost bis 3 km vor die russische Grenze, danach Richtung Nord und schließlich 50 Kilometer, ziemlich geradeaus nordwestlich nach Savukoski. Diese Gemeinde ist mit 0,17 Einwohner pro Quadratkilometer die am dünnsten besiedelte in ganz Finnland. Die Fläche der Gemeinde beträgt ca. ein Drittel der von Sachsen,  bei 1.100 Einwohnern. Wir sind hier wirklich am Ende der Welt angelangt☺.
Savukoski liegt am Ufer des hier schon recht stattlichen Kemijoki (längster Fluss in Finnland).

Die Strecke führte den ganzen Tag durch Wald, gelegentlich durch größere Moorflächen unterbrochen. Es gab nicht all zu viele Steigungen. In der Ferne sieht man immer wieder die typischen Hügel
(tunturi oder vaari). Der Wald scheint hierzu noch etwas dichter und grüner zu sein als im schwedischen Lappland. Liegt das vielleicht am extrem reichlich vorhandenenem Wasser?

Kemijoki
Unser Hotelli
Wir waren heute wahrscheinlich die einzigen Gäste im einzigen Hotel des Ortes und wurden sehr zuvorkommend bedient. Am Fluss sahen wir die Ausrüstung eines "kältefesten" Radfahrers aus Deutschland, der dort zeltete (er war leider nicht anwesend). Hier im Ort wohnt übrigens die Frau des Weihnachtsmannes.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Polarkreis

25. Juni ■ Juuma - Sallatunturi (81 km + 18 km nach Salla und zurück)

Start war heute kurz vor 10 Uhr bei 4°C. Kaaaaalt war das... Der Wind kam uns heute den ganzen Tag entgegen; mit 2 "Vorteilen": Training der Beinmuskeln und ständige Frische im Gesicht. Und vom Regen blieben wir wieder verschont. Also "passt schon".

Nach 10 Kilometern Schotter kamen wir auf die nach Norden führende Straße Nr. 950 mit recht geringem Verkehrsaufkommen. Diese fuhren wir die gesamte Zeit bis Salla.
Lappland

Der Einstieg zum Bärenpfad
Die Landschaft ist, wie eigentlich jeden Tag, nicht besonders aufregend: flacher als vorgestellt, niedriger Wildwald mit flächendeckend Preiselbeeren, Sümpfe und kleine, meist klare Seen. In dieser Gegend wohnen nur wenige Leute. Hier lässt sich offenbar keine Landwirtschaft betreiben. Kurz vor Mittag verließen wir Nordösterbotten und erreichten Lappland.
Der "falsche" Polarkreis...

...und das ist er wirklich
Nach einigen weiteren Kilometern kamen wir in das Dorf Hautajärvi (270 Einwohner). Das war das größte Dorf auf der heutigen Strecke. Hier befindet sich der nördliche Einstieg in den großen Bärenpfad mit einem sehr schön gestalteten Informationszentrum. Praktischerweise wird dort gleich der Polarkreis ausgewiesen, obwohl dieser (ohne Markierung) noch einige Kilometer nördlich liegt. Na ja, dann haben wir heute eben 2 Polarkreise gemeistert: den offiziellen und den geographischen.

Am richtigen Polarkreis gab es dann noch einmal einen kurzen Fotostop. Wir wurden standesgemäß mit einer Temperatur von 8°C und kaltem Wind vom Polarmeer begrüßt. Von hier sind es jetzt 2.602 Kilometer Luftlinie bis zum Nordpol und 1.969 Kilometer bis nach Chemnitz (in das Büro von Software-Concept). Bis hierher saßen wir 1.329 Kilometer im Sattel.

Nobelunterkunft mit Sauna
Nur noch 104 Kilometer 
bis zum Supermarkt
Unterkunft haben wir heute in der bisher schönsten Blockhütte im Skizentrum Sallatunturi kurz vor Salla gefunden. Die Hütte oder besser das Blockhaus ist erst 4 Jahre alt und sehr gut und mit viel Holz ausgestattet: neue Küche, Sauna usw. Holz gibt es hier im Überfluss. Jetzt im Sommer stehen die Hütten jedoch zu hohem Anteil
leer.

Panzersperre in Salla (Salpalinie)
Da es hier aber weder einen Dorfladen noch eine Pizzeria gibt, fuhren wir knapp 10 km nach Salla (3.900 Einwohner). Slogan der Stadt: "In the middle of nowhere". Passt gut.

Dort bestellten wir 2 und bekamen wegen einer Verwechslung 3 Pizzen ;-). Nach zweieinhalb Pizzen gaben wir auf...

Dienstag, 24. Juni 2014

Wanderruhetag

24. Juni ■ Juuma (15 km)

Einstieg
Die kleine Bärenrunde, auf finnisch Pieni Karhunkierros, stand für uns heute auf dem Plan. Sie führt durch eine Landschaft, wie man sie in Finnland nicht unbedingt vermutet: Felsen, Schluchten und ein ständiges Auf und Ab durch herrlich lichte Wälder.

Und der Fluss Kitkajoki durchbricht hier in einem Mini-Canyon die höherliegende Landschaft, um nach Osten in den Oulankajoki und letztendlich im Weißen Meer zu münden. Es gibt Stromschnellen; Wagemutige fahren mit Schlauchbooten hinunter.

Der Weg ist in einem hervorragenden Zustand, es gibt Feuerstellen, an denen Holz und Kochutensilien bereit liegen, sowie auch Schutzhütten. Alles ist sehr sauber. An der trotzdem recht ursprünglichen Wildnis erkennt man auch sehr deutlich, wie rauh das Klima die meiste Zeit des Jahres hier ist.

Da er hier eine sehr bekannte Touristenattraktion ist, waren  entsprechend viele Leute unterwegs. Etwa so wie ein Wanderweg in den Alpen, nur dass man sich hier nicht mit "Grüß Gott", sondern mit "Hei" grüßt.
Ein wunderbar frisch schmeckender Pfannkuchen-Donut rundete den Tag geschmackvoll ab ;).

Montag, 23. Juni 2014

Skizentrum im Sommer

23. Juni ■ Kuusamo - Juuma (52 + 20 km Abendausflug)

Als wir aufwachten regnete es Bindfäden, sodass wir alle Zeit der Welt zum frühstücken hatten. Unsere Regensachen konnten wir noch wegpacken, bevor wir im Sattel saßen :). Im Laufe des Tages stieg die Temperatur auf "spektakuläre" 17°C und der Himmel zog weiter auf. (Gegen Mitternacht gab es schlussendlich einen herrlichen "Sonnenuntergang".)

Schneereste am Skihang
Erstes Zwischenziel war das Skizentrum Ruka. Dies ist ein kleines Dorf, umgeben von einer gut ausgebauten Infrastruktur; etwa so, wie die Skidörfer in Österreich. In Finnland hatten wir so etwas nicht erwartet ;-). Die Fahrt dorthin führte meist entlang der viel befahrenen E5. Nichtsdestotrotz wäre es für deutsche Verhältnisse eine wenig befahrene Bundesstraße.

Blick vom Berg in die Ferne
Über den See darf man mit
dem Schneemobil max.
40 km/h fahren ;-)
Ruka liegt am 462 Meter hohen Rukatunturi. Tunturi (finnisch für Fjäll) sind Inselberge, welche in der Eiszeit nicht vom Eis überdeckt waren. Sie stehen imposant in der ansonsten eher flachen Landschaft. Der Rukatunturi ist, wie man es auch aus den Alpen kennt, durch Skilifte und Pisten ziemlich verunstaltet. Zusätzlich gibt es eine riesige Schanze.

Wir fuhren mit einem Vierer-Sessellift die etwa 150 Hm. Von oben hatten wir einen tollen Rundumblick, teils bis nach Russland. Bergab ging es auf einer Sommerrodelbahn. Das Gipfelplateau ist kahl und liegt schon oberhalb der Baumgrenze. In 370 Metern Höhe gab es am Nordhang noch letzte Schneereste.

Ruka ist auch Startpunkt eines bekannten finnischen Wanderweges, der Bärenrunde, für welche man ungefähr eine Woche benötigt. Die Bärenrunde führt durch den Oulanka-Nationalpark. Dieser ist 270 Quadratkilometer groß und umschließt 2.000 Hektar Wildnis. Wir begnügen uns mit der kleinen Bärenrunde (12 km Rundweg) und steuerten deren Startpunkt, Juuma, an. Juuma ist ein winziges Dorf mit 2 Campingplätzen und einem großen Parkplatz, schön an einem See gelegen. Mitte Mai lagen hier noch 50 cm Schnee; jetzt ist aber nichts mehr davon zu sehen.

Besuch auf dem Campingplatz
Für 2 Tage wohnen wir nun in einer typischen Blockhütte auf einem sehr gepflegten Campingplatz. Wir sind hier außerdem nicht die einzigen Deutschen. Nebenan wohnen Thüringer.
23.40 Uhr

Rentiere sehen wir jetzt häufig; am zeitigen Abend kam sogar eines hierher und hielt die Wiese kurz.

Bei der abendlichen Radrunde quer durch die nahe Umgebung loggte Sandi ihren 500. Geocache. Und einen Sprung in den kalten und klaren See ließ sich Andi nicht nehmen. Danach gab es heißen Tee und eine leckere Knorr-Waldpilzsuppe zum Aufwärmen. Trotz (oder gerade wegen) der mitunter recht kalten Temperaturen sind wir gesund.