Montag, 23. Juni 2014

Skizentrum im Sommer

23. Juni ■ Kuusamo - Juuma (52 + 20 km Abendausflug)

Als wir aufwachten regnete es Bindfäden, sodass wir alle Zeit der Welt zum frühstücken hatten. Unsere Regensachen konnten wir noch wegpacken, bevor wir im Sattel saßen :). Im Laufe des Tages stieg die Temperatur auf "spektakuläre" 17°C und der Himmel zog weiter auf. (Gegen Mitternacht gab es schlussendlich einen herrlichen "Sonnenuntergang".)

Schneereste am Skihang
Erstes Zwischenziel war das Skizentrum Ruka. Dies ist ein kleines Dorf, umgeben von einer gut ausgebauten Infrastruktur; etwa so, wie die Skidörfer in Österreich. In Finnland hatten wir so etwas nicht erwartet ;-). Die Fahrt dorthin führte meist entlang der viel befahrenen E5. Nichtsdestotrotz wäre es für deutsche Verhältnisse eine wenig befahrene Bundesstraße.

Blick vom Berg in die Ferne
Über den See darf man mit
dem Schneemobil max.
40 km/h fahren ;-)
Ruka liegt am 462 Meter hohen Rukatunturi. Tunturi (finnisch für Fjäll) sind Inselberge, welche in der Eiszeit nicht vom Eis überdeckt waren. Sie stehen imposant in der ansonsten eher flachen Landschaft. Der Rukatunturi ist, wie man es auch aus den Alpen kennt, durch Skilifte und Pisten ziemlich verunstaltet. Zusätzlich gibt es eine riesige Schanze.

Wir fuhren mit einem Vierer-Sessellift die etwa 150 Hm. Von oben hatten wir einen tollen Rundumblick, teils bis nach Russland. Bergab ging es auf einer Sommerrodelbahn. Das Gipfelplateau ist kahl und liegt schon oberhalb der Baumgrenze. In 370 Metern Höhe gab es am Nordhang noch letzte Schneereste.

Ruka ist auch Startpunkt eines bekannten finnischen Wanderweges, der Bärenrunde, für welche man ungefähr eine Woche benötigt. Die Bärenrunde führt durch den Oulanka-Nationalpark. Dieser ist 270 Quadratkilometer groß und umschließt 2.000 Hektar Wildnis. Wir begnügen uns mit der kleinen Bärenrunde (12 km Rundweg) und steuerten deren Startpunkt, Juuma, an. Juuma ist ein winziges Dorf mit 2 Campingplätzen und einem großen Parkplatz, schön an einem See gelegen. Mitte Mai lagen hier noch 50 cm Schnee; jetzt ist aber nichts mehr davon zu sehen.

Besuch auf dem Campingplatz
Für 2 Tage wohnen wir nun in einer typischen Blockhütte auf einem sehr gepflegten Campingplatz. Wir sind hier außerdem nicht die einzigen Deutschen. Nebenan wohnen Thüringer.
23.40 Uhr

Rentiere sehen wir jetzt häufig; am zeitigen Abend kam sogar eines hierher und hielt die Wiese kurz.

Bei der abendlichen Radrunde quer durch die nahe Umgebung loggte Sandi ihren 500. Geocache. Und einen Sprung in den kalten und klaren See ließ sich Andi nicht nehmen. Danach gab es heißen Tee und eine leckere Knorr-Waldpilzsuppe zum Aufwärmen. Trotz (oder gerade wegen) der mitunter recht kalten Temperaturen sind wir gesund.