Mittwoch, 18. Juni 2014

Beeindruckend

18. Juni ■ Nurmes - Kuhmo (102 km)

Der heutige Tag war der bisher eindrucksvollste unserer Tour. Wir hatten auch 1a-Bedingungen: Tolle Strecke und bestes Wetter. Trotz Anstrengung ein Genuss.

Liebevoll gestaltete
Briefkästen
Gestern Abend haben wir noch ziemlich lange hin- und herüberlegt, welche Variante der Route wir wählen: die westliche Route hätte durch die Mitte des Landes Richtung Norden geführt, die östliche entlang der russischen Grenze geht noch mehr in die Wildnis und Einsamkeit. Eigentlich tendierten wir, vor allem der Andi, zur westlichen Route. Jedoch haben wir heute morgen kurzerhand die andere Variante gewählt; und es bisher absolut nicht bereut.

Wir starteten 10.30 Uhr recht spät und nach einigen Kilometern Asphalt folgen 60 Kilometer Schotter. Das geht richtig in die Beine!

Endlose Schotterstraße durch
den Wald
Hinzu kam, dass die Gegend so einsam ist, dass selbst Osmand (unser treues open street map Navi auf dem smartphone) die Route nicht mehr kannte. Als die Straße charakterlich immer mehr einem Wanderweg ähnelte, dachten wir, dass wir uns verfahren haben und kehrten um. Google  maps, welches wir später um Rat fragten, kannte die Straße, also: umkehren und die ganze Strecke noch einmal fahren... das waren etwa 10 Zusatzkilometer, frei nach dem Motto: Osmand am Ende, Schotter ohne Ende, Google hilft ;-).

Auf halber Strecke verließen wir Nordkarelien und erreichten die Landschaft Kainuu. Diese ist mit 3,8 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr dünn besiedelt. Die herrliche Landschaft, die wir heute durchfuhren, ist durch kleine Seen, viele Moore, kleine Flüsse und natürlich Wald geprägt. Alles ist sehr unberührt, es gibt hier einige Nationalparks und viele Wanderwege.

Mittagsrast
Ein kurzes "Mittag" um 15 Uhr in Form von "Kraft"Riegeln gab es an einem sehr idyllischen und schön angelegten Rastplatz am See. Ein Geocache für Sandi war auch noch drin.

Wir verlassen Nordkarelien auf einsamen Straßen
Und noch ein "Rekord" ist zu vermelden: uns begegnete sage und schreibe 3 Stunden lang kein einziges Auto auf der Straße, dann allerdings gleich zwei innerhalb von 5 Minuten.

Die Bäume (Fichten und Birken) sind hier schon kleiner, allerdings gibt es noch nicht die kleinen Birken mit dickem Stamm wie in Lappland.

Kurz vor unserem Ziel Kuhmo (9.200 Einwohner, allerdings ist die Fläche der Gemeinde doppelt so groß wie Luxemburg) trafen wir wieder auf die Via Karelia. In den hiesigen Wäldern gibt es Braunbären, Luchse, Wölfe und Vielfraße. Gesehen oder gar getroffen haben wir keine.

Unsere tolle Unterkunft
Nach dieser Anstrengung checkten wir mit gutem Gewissen in ein schönes am See gelegenes Sporthotel ein. Für Andi gab es das erste Bier seit 10 Tagen. Und ein Gast spendierte noch leckere Geburtstagstorte anlässlich seines 40. Geburtstages.