Donnerstag, 26. Juni 2014

Im Nirgendwo

26. Juni ■ Sallatunturi - Savukoski (97 km)

Vertriebenendenkmal 
in Salla
Der durch den Wetterbericht angekündigte Schneeregen blieb zum Glück aus, kalt war es jedoch immer noch.

Erste Station war das Museum (Historie von Ostlappland 1900-1960) in Salla. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin gab uns eine einstündige "Privatführung". Salla ist eine sehr unterentwickelte Gegend, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit (25%). Im Winterkrieg verlor die Gemeinde die Hälfte ihres Territoriums an die Sowjetunion. Es gab viele Flüchtlinge. Salla wurde an neuer Stelle errichtet, da der alte Ort hinter der Grenze lag. Auch im Fortsetzungskrieg gab es hier wieder Kämpfe. Die Wehrmacht zerstörte beim Rückzug das komplette Dorf bis auf 15 Häuser. Bis vor 20 Jahren waren Deutsche hier nicht besonders beliebt.

Kirche von Salla (1950 erbaut)
Ehrendendenkmal für Gefallene
des Ortes Salla
Außerdem zeigte sie uns Elvis' Lederjacke, die auf komplizierten Wegen nach Salla gelangte. An ihrer Echtheit bestehen gewisse Zweifel.

Der Sohn des Langlaufolympiasiegers von 1936, Olavi „Olli“ Remes, gab noch sein persönliches Statement, wie er die Zeit nach dem Krieg erlebt hat.

Alles in allem eine sehr interessante Geschichte. 

Nach einem der wärmsten Winter seit vielen Jahren haben wir aktuell den kältesten Sommer seit 1982.

Immer geradeaus
Unsere Route verlief zuerst nach Nordost bis 3 km vor die russische Grenze, danach Richtung Nord und schließlich 50 Kilometer, ziemlich geradeaus nordwestlich nach Savukoski. Diese Gemeinde ist mit 0,17 Einwohner pro Quadratkilometer die am dünnsten besiedelte in ganz Finnland. Die Fläche der Gemeinde beträgt ca. ein Drittel der von Sachsen,  bei 1.100 Einwohnern. Wir sind hier wirklich am Ende der Welt angelangt☺.
Savukoski liegt am Ufer des hier schon recht stattlichen Kemijoki (längster Fluss in Finnland).

Die Strecke führte den ganzen Tag durch Wald, gelegentlich durch größere Moorflächen unterbrochen. Es gab nicht all zu viele Steigungen. In der Ferne sieht man immer wieder die typischen Hügel
(tunturi oder vaari). Der Wald scheint hierzu noch etwas dichter und grüner zu sein als im schwedischen Lappland. Liegt das vielleicht am extrem reichlich vorhandenenem Wasser?

Kemijoki
Unser Hotelli
Wir waren heute wahrscheinlich die einzigen Gäste im einzigen Hotel des Ortes und wurden sehr zuvorkommend bedient. Am Fluss sahen wir die Ausrüstung eines "kältefesten" Radfahrers aus Deutschland, der dort zeltete (er war leider nicht anwesend). Hier im Ort wohnt übrigens die Frau des Weihnachtsmannes.