22. Juni ■ Hossa - Kuusamo (85 km)
Das Wetter ist recht unbeständig: als wir heute bei 7°C und leichtem Nieselregen die Sachen packten, rechneten wir nicht damit, dass es heute doch recht gutes Radelwetter werden sollte. Vorteile des schlechten Wetters allerdings sind: das Gepäck ist leichter, da man alles am Körper trägt, man hält nicht so oft zum Fotografieren an und es gibt kaum Mücken ;-) .
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| Wer hat hier Vorfahrt? |
Wir verließen bald die Provinz Kainuu und erreichten Nordösterbotten. Diese Provinz zieht sich quer durch Finnland von der Ostsee bis in die hier doch schon etwas hügelige Gegend an der russischen Grenze.
Die Strecke war, im Vergleich zu anderen Etappen, relativ flach. 20 Kilometer Schotter, heute durch den Regen leicht schlammig aufgeweicht, trainierten die Beinmuskeln zusätzlich. Der Charakter der Strecke ähnelte der gestrigen: Sümpfe, kleine Seen und niedrige Bäume: traumhaft. Mehrfach liefen uns Rentiere über den Weg. Aber Andis Windjacke (neongelb) scheinen sie nicht zu mögen.
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| Stille |
In den grenznahen Gebieten sieht man gelegentlich Fahrzeuge des finnischen Grenzschutzes. Die Grenze ist offenbar gut bewacht.
Obwohl wir noch nicht ganz den Polarkreis erreicht haben, zeigte die Sonnenaufgangs-App gegen Mittag an, dass hier die Sonne nicht mehr untergeht (d.h. ein kleiner Teil der Sonne bleibt dauerhaft sichtbar).
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| Wahnsinn |
Ziel der heutigen Tour war Kuusamo, eine Ortschaft mit 16.000 Einwohnern. Sie wurde im 2. Weltkrieg von den Deutschen komplett zerstört. Beeindruckend war für uns die Kirche mit Friedhof und Gräbern von im 2. Weltkrieg gefallenen finnischen Soldaten; sehr achtsam und liebevoll gepflegt. Sie sind mit Namen sowie Geburts- und Todesdatum beschriftet; es waren alles junge Männer, etwa so alt wie unsere Söhne. Sehr emotional wirkt auch das Denkmal.
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| 22.30 Uhr |
In Kuusamo liegt von September bis Mai Schnee. Nördlich von hier befindet sich ein Wintersportzentrum.
Wenn man Wochenende akute Zahnschmerzen hat, so wird empfohlen, nach Oulu (215 km) zu fahren.
Und wir sind heute in einem klasse Sporthotel untergekommen, wenn auch nach anstrengendem Zimmerwechsel wegen Unzumutbarkeit (das erste Zimmer hatte vor dem Fenster einen laut brummenden Ventilator, das zweite war dafür umso schöner).



