Montag, 7. Juli 2014

Ausflug zum Kinnarodden

5. - 7. Juli ■ Mehamn - Kinnarodden - Mehamn (48 km Wanderung)

Trotz nicht optimaler Schuhe von Andi ließen wir es uns nicht nehmen, den Kinnarodden zu besuchen.

Wir hatten das Glück einer idealen Wetterprognose, es war fast schon zu warm. Die Wanderung führte durch wegloses Gelände.

Die Strecke war am Tag zuvor durch Ruan, dem Inhaber unserer Unterkunft "Red Tree", markiert worden, so dass uns die Orientierung wesentlich vereinfacht wurde.
So sahen große Teile des Weges aus

Hier nun unser "Protokoll".

5. Juli

Mittags Start. Sonne. Nach etwa 2 h Durchschreiten eines Flusses. Mittagspause. Einfaches Streckenprofil (Wiese und Sumpf).

Baden um Mitternacht im 
Polarmeer.
Nach 6,5 h am Bjørnvik-Tuva, eine steinige Hochfläche. Das Gehen auf den Steinen ist ziemlich anstrengend (2 km/h) und erfordert Trittsicherheit. In der Ferne sehen wir im Nebel das Nordkap. Vögel mit eigenartigem Geschrei begleiten uns (klingen in unseren Ohren fast wie Katzen). 20 Uhr am Sandfjord-Vannan (See) Abendbrot.
Rentier am Strand

Strandpanorama mit Kinnarodden
Wir befinden uns wieder auf einer Hochfläche mit vielen und nochmehr Steinen und senkrecht stehenden Schieferplatten. Auf einer Wiese sahen wir  noch ein einsames Rentier. Wolkenloser Himmel, leichter Wind. In der Ferne sehen wir das nach Kirkenes fahrende Schiff der Hurtigruten. Abstieg an einem Fluss zum Meer. Naturschutzgebiet, klimatisch geschützt mit kleinen Bäumen wie auf den Kanaren.

23 Uhr Nachtlager am Sandstrand. Andi geht um Mitternacht im eiskalten Polarmeer baden. Nachts wehte kalter Wind, Andi fror im Schlafsack
erbärmlich und war froh als die ersten warmen Sonnenstrahlen Wärme brachten. Sandi ging es besser; sie schlief tief und fest bis zum Morgen.

6. Juli

Strandspaziergang auf weiß-grauem, feinem Sand. Rentier am Strand.

Weiter am Strand nach Norden. Große Felsblöcke. Aufstieg zum Kinnarodden 230 Meter bei Sommerhitze.

Mittags dann Ziel erreicht. Jippi!!!

Geocache "Nothing but stones" gefunden; als 2. in diesem Jahr.

Am Ziel
Abstieg auf Sattel und Anstieg auf steinige, ebene Hochfläche. Dort liegen die Überreste einer Ju 88 aus dem 2. Weltkrieg.

Wahrscheinlich Rest der Ju 88
17 Uhr 30 hatten wir endlich wieder Wasser; war aufgrund fehlender Bäche knapp geworden. Wir treffen auf den Pfad unseres Hinweges.

Massive Mückenplage. 21 Uhr Nachtlager unter freiem Himmel auf einer Wiese. Als Delikatesse gab es in Wasser aufgelösten Haferbrei, da sonst nur Brot und rationierte Butter.

7. Juli

Auf dem Rückweg
Anstrengende und teils schlaflose Nacht wegen Mücken (wir hätten doch das Zelt aufbauen sollen).

Kurze Orientierungsprobleme, einmal im Kreis gelaufen. Auf bekannten Pfad in bulliger Hitze,  bei fast Windstille von Mücken verfolgt zurück. Zum ersten mal seit 3 Tagen treffen wir Leute: 3 Wanderer auf dem Weg zum Kinnarodden.

Kurz vor Mehamn zieht Nebel auf und es wird kalt. Das sind also Nebel, die aus dem Nichts kommen, wie uns schon erzählt wurde.

Gegen 17 Uhr Ankunft in Mehamn. Duschen und Beine hoch im Hotel; Red Tree war leider ausgebucht. Wir sind froh diesen Luxus zu haben; fühlen uns nämlich wie Dr...schw. und merken schon unsere schweren Glieder.

Wir sind froh, dass wir diese Tour gehen durften und ohne Blessuren (abgesehen von den Mückenstichen, welche mittlerweile dick angeschwollen sind und jucken) gut überstanden haben. Man sollte dennoch die Anforderungen nicht unterschätzen. Lt. Ruan schafft es die Hälfte der Leute nicht, manche müssen abgeholt werden. Empfehlenswert sind komplette Bergausrüstung (ohne Seil;)), GPS und stabile Bergschuhe. Die neu angebrachte Markierung erleichtert die Orientierung erheblich. Das Wetter kann, schneller als in den Alpen, komplett umschlagen.