Donnerstag, 3. Juli 2014

Auf dem Mond? Am Ziel!

3. Juni ■ Wiese am Laksefjorden - Mehamn (74 km, gefühlt die doppelte Strecke)

Die letzten kleinen Bäume an
geschützten Stellen
Nach einer tollen Nacht unter freiem Himmel standen wir heute, angesichts der Vorahnung auf die Bedingungen, recht zeitig auf.

Die heutige Tagesetappe war zwar höchst interessant, trotzdem möchten wir sie nicht all zu oft fahren, da sie doch, wie erwartet, sehr anstrengend war.

Kurz nach Beginn ging es hinauf auf das Fjell. Noch nicht ganz oben angelangt empfing uns heftiger Wind, zwar meist nicht direkt von vorn, trotzdem so kräftig, dass man manchmal selbst bergab mit Treten nicht schneller als 10-15 km/h voran kam. Auf gerader Strecke war man mit 10 km/h zufrieden.

Nichts als Steine
Steine und Eis
Die Landschaft ist extrem karg, man kann es beschreiben mit: Steine, Schnee, Wasser, Wind und Kälte. Die Seen waren stellenweise noch zugefroren und schimmerten eisblau. Trotz dieser Umstände sind wir sehr glücklich, diese interessante und eindrucksvolle Landschaft so nah erleben zu dürfen.

Die Nordkinn-Halbinsel ist durch eine schmale Enge mit der vorgelagerten Halbinsel verbunden. Für uns hieß das: rasante Abfahrt und Aufstieg auf die nächste Fjellhochfläche.

Am Ende wurde es etwas flacher
Die Straße wurde am 17. August 1989 eröffnet, vorher existierte keine Verbindung nach Mehamn auf dem Landweg.

Kurz vor Mehamn gelangten wir zum 71. Breitengrad und haben damit den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht.

Mehamn ist ein kleines Fischerdorf mit 650 Einwohnern. Wir sind im Gästehaus Red Tree untergekommen (sehr zu empfehlen). Es wird von einem sehr netten Pärchen betrieben: sie aus der Schweiz, er aus Südafrika.

Und beim ersten Vorgespräch über unsere geplante Wanderung zum Nordkinn, dem nördlichsten Festlandspunkt Europas, mußten wir leider feststellen, dass Andis Wanderschuhe für das schwere Gelände ungeeignet sind. Schaaaade.

Erschöpft, aber glücklich: wir sind am Ziel angelangt
Unsere ersten Eindrücke von Norwegen: die Landschaft ist außergewöhnlich, die meisten Autofahrer total entspannt und alles ist teuer. Man merkt an vielen Details, dass der Staat sehr wohlhabend ist. Manche Eigenheiten sind gewöhnungsbedürftig: Autos tuckern minutenlang im Leerlauf, das Licht wird oft nicht ausgeschaltet, Häuser werden elektrisch beheizt...